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Mühlenverein Bremervörde - Elm e.V.

Mühlenverein Bremervörde - Elm e.V.

Wer auf der Bundesstraße 74 von Stade nach Bremervörde durch den landschaftlich reizvoll gelegenen Ort Elm fährt , erblickt am Ortseingang auf der linken Seite die mächtige über zweihundert Jahre alte Windmühle Henriette .

Die Geschichte dieser alten Windmühle geht heute über zweihundert Jahre zurück , nämlich in das 18.Jahrhundert . Ihr Entstehungsort war ein Platz an der heutigen Elbchaussee in Hamburg. Hier wurde sie im Jahre 1773 vom damaligen Müllermeister Daniel Bertram Martens erbaut und versorgte anschließend 98 Jahre lang die Elbgemeinde Flottbek mit Mehl . Dann musste sie dort der Erweiterung eines Gasthofes weichen und trat , von erfahrenen Mühlenbauern

zerlegt , den Weg auf Flößen über Elbe und Oste nach Elm an . Käufer dieses schmucken Galerie-Holländers war Müllermeister Peter Heinrich Bösch , der dieselbe an ihrem jetzigen Standort wieder aufbauen ließ . Noch bis zur Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert drehten sich die Flügel , dann trieb zuerst ein Gasmotor und schließlich ab Dieselkraft die Mühle an . 1951 kam schließlich das vorübergehende „Aus“ für die Mühle . Die Flügel mussten , nachdem sie bereits in früheren Jahren gekürzt wurden , nun nach einem Sturm gänzlich demontiert werden.. Sie drohte zu verfallen und wurde 1979/1981 durch das Zusammenwirken des Eigentümers Herbert Schulken mit verschiedenen Institutionen restauriert.

1981 gründete sich dann der Mühlenverein Bremervörde-Elm e.V. , der es als seine Hauptaufgabe ansieht , dieses historische Gebäude auch weiterhin der Nachwelt zu erhalten . Bei der Windmühle in Elm handelt es sich um einen sogenannten Galerie-Holländer . Bis um die Jahrhundertwende des letzten Jahrhunderts waren hier und da in Deutschland noch manche Bockwindmühlen in Betrieb . Bei diesem Typ handelt es sich um eine Mühlenform , bei der das gesamte Mühlenhaus mit den Flügeln durch einen Wendebaum in den Wind gedreht werden musste .

Etwa Mitte des 17. Jahrhunderts kam man in den Niederlanden auf den Gedanken , nicht das ganze Mühlenhaus , sondern nur die Haube zu drehen . Die Niederländer bauten geräumige achteckige Mühlenhäuser . Oben befand sich eine ringförmige Holzschiene . Darauf lag die Haube , die sogenannte Kappe , mit dem Flügelkreuz . Wagenschmiere machte sie leicht drehbar . Eine Verbesserung brachte hier das Rollenlager , das von Mühlenbauern erfunden worden sein soll . Bald gab es dann auch die verschiedensten Formen dieser Mühlenart : Wall-Holländer , Erd-Holländer , Galerie-Holländer mit der meist achteckigen umlaufenden Galerie . Die Kappe mit dem Flügelkreuz und dem mächtigen Wellenkopf wurde zunächst durch einen Wendebaum , den sogenannten „Steert“ , in den Wind gedreht . Später erfolgte diese Betätigung durch eine gut ausgeklügelte Windrose .
Früher wurde das Korn sackweise angeliefert und über eine Winde auf den Mahl- und Steinboden transportiert , auf dem sich die Mahlgänge befinden . Später kamen Kornsilos hinzu , die sich unter dem heutigen Veranstaltungsraum befanden . Einer dieser Silos ist noch erhalten . Von hier aus kann das Korn über Fördergänge ebenfalls zu den Mahlgängen gebracht werden .
„Vom Korn zum Brot in alter Zeit“ – lautet ein Motto , das sich der Mühlenverein in dieser Museumsanlage gegeben hat . Zur Windmühle als Denkmal einer Jahrhunderte alten Mühlen- und Holztechnik passend richtete dieser Verein ein Bäckereimuseum ein . Um den Besuchern das Bäckerei-Handwerk nahezubringen , wurde eine Backstube mit einem Backofen aus dem Jahre 1903 und vielen dazugehörigen Maschinen und Geräten aufgebaut . Über dem Bäckereimuseum befindet sich ein kleines Heimatmuseum , das die Wohnungseinrichtung des Bäcker- oder Müllermeisters um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert zeigt . Hier sind auch viele Gebrauchsgegenstände aus dem dörflichen Leben vergangener Zeiten zu sehen .

Die gesamte Anlage mit der alten Holländer-Galerie-Windmühle , dem Bäckereimuseum , dem Heimatmuseum und dem zu einem Festraum umgestalteten Mühlenspeicher stellt ein in der weiteren Umgebung Elms wohl einmaliges dörfliches Kulturzentrum dar . Vervollständigt wird diese Anlage durch ein großzügiges Freigelände mit einer Obstwiese , einem großem Bauernbackofen sowie einem historischen Gasdieselmotor aus dem Jahre 1913 . In der Museumsanlage werden alte Handwerkszeuge , Gebrauchsgegenstände und Einrichtungen erhalten , also Vergangenes aufbewahrt . Nur derjenige , der die Vergangenheit richtig zu erklären weiß , kann Gegenwart und Zukunft wahrhaft begreifen . In diesem Sinne bringen sich viele ehrenamtliche Helfer bei Backtagen , Führungen , bei der Pflege der Außenanlagen und Erhaltung der Gebäude ein .



Aktivitäten des Mühlenvereins :


Pfingstmontag - „Deutscher Mühlentag“ - jährlichBesichtigung , Führungen , Kaffee , Butterkuchen aus dem Bauernbackofen , Brotverkauf



2. Sonntag im September - „Tag des offenen Denkmals“ - jährlich

Besichtigung , Führungen , Kaffee , Butterkuchen aus dem Bauernbackofen , Brotverkauf



2. Sonntag im Juni - Großes Mühlenfest - zweijährig

Besichtigung , Führungen , ganztägiges Folkloreprogramm , Ausstellungen , Budenbetrieb ,

Kaffee , Butterkuchen aus dem Bauernbackofen , Brotverkauf



Für Besuchergruppen organisiert der Verein auch gern einen Nachmittag mit Mühlen-

und Museumsbesichtigung , Kaffee und Kuchen , sowie einem Vortrag zur

Geschichte der Elmer Mühle und dem Vörder Land

Anmeldung erbeten unter :
Tel.: 04761/4130 (FRIRDICH)
Tel.: 04761/1274 (SCHULKEN)





Der Mühlenverein Bremervörde-Elm e. V. hat zur Zeit folgende Vorstandmitglieder :



1. Vorsitzender : Klaus Frirdich , Talstraße 1 , 27432 Bremervörde-Elm

2. Vorsitzender : Helmut Braune , Fritz-Reuter-Weg 6 , 27432 Bremervörde

2. Vorsitzender : Joachim Böckmann , An der Ohe 8 , 27432 Bremervörde-Elm

Schriftführer : Jürgen Schlichting , Wiesenweg 13 , 27432 Bremervörde-Elm

Kassenwartin : Gunhild Brümmer , Eddelhoff 25 , 27432 Bremervörde-Elm



Elm , am 7. September 2001



Klaus Frirdich

( 1. Vorsitzender )

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